Report
30.01.12  |   W.Bogusch

Holzarchitektur als Mittlerin von Dynamik und Moderne

Altes machte Platz für Neues, und eine Bachkorrektur schuf verbesserte Standortbedingungen für den Neubau eines Büro- und Gewerbehauses, das eine Referenz für den modernen Holzbau darstellt.

Mit dem formal nicht alltäglichen Erscheinungsbild setzt das neue Büro- und Gewerbehaus am südlichen Ortseingang von Mollis einen besonderen architektonischen Akzent.

Mit dem formal nicht alltäglichen Erscheinungsbild setzt das neue Büro- und Gewerbehaus am südlichen Ortseingang von Mollis einen besonderen architektonischen Akzent.

Die Realisierung des Neubaus in eigener Sache vollzog sich in der praktizierten Systembauweise mit massgenau vorgefertigten Holzbauelementen.

Die Realisierung des Neubaus in eigener Sache vollzog sich in der praktizierten Systembauweise mit massgenau vorgefertigten Holzbauelementen.

Der Baustoff Holz verfügt über hohe gestalterische Qualitäten, die dem Ambiente von Arbeits- und Aufenthaltsräumen Wohlfühlcharakter verleihen.

Der Baustoff Holz verfügt über hohe gestalterische Qualitäten, die dem Ambiente von Arbeits- und Aufenthaltsräumen Wohlfühlcharakter verleihen.


Dort, wo am westlichen Dorfrand von Mollis einst der Sagibach seinen Lauf genommen hat, standen über Jahrzehnte hinweg ein Ökonomiegebäude, später an gleicher Stelle ein Sägereibetrieb und zuletzt ein Lagerschuppen. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich das Betriebs- und Werkareal der Casa-Vita/Frefel Holzbau AG, die angesichts einer stetigen Entwicklung mit den vorhandenen Büroräumen an ihre Grenzen gestossen ist. Um aus dem räumlichen Engpass herauszukommen, musste mehr Raum geschaffen werden. Bei den Überlegungen für ein Neubauprojekt wuchs die Überzeugung, verschiedene Kompetenzen und Dienstleistungen unter einem Dach zu vereinen. Das führte letztlich zu einer Bauherrenpartnerschaft mit einem Aviatik-Unternehmen. Ungelöst blieb vorerst noch die Standortfrage.

 

Vor dem Hintergrund geplanter Hochwasserschutzbauten und eines Zufahrtsstrassenprojekts gelangten die Verantwortlichen von Casa-Vita mit dem Vorschlag an die Gemeinde Mollis, eine Bachumlegung und damit eine ökologische Aufwertung des Areals am Sagibach in Betracht zu ziehen. Dieses Ansinnen fand bei den Planern Zustimmung, konnte doch damit auch der Hochwasserschutz verbessert werden. Zudem resultierte aus einem Landabtausch ein attraktives Grundstück. Der Abbruch der alten Sagi bzw. des verbliebenen Lagerschuppens eröffnete dem Projektverfasser den Weg, die Nutzungsvorgaben unter einem Dach zu vereinen.

 

Architektonische Grundgedanken

Modern, dynamisch und kreativ – Attribute, die auf die Bauherrschaft zutreffen und deshalb in die Entwurfsarbeit eingeflossen sind und diese befruchtet haben. Ziel war ein Gebäude, das sich mit seiner Architektursprache abhebt und als Büro- und Gewerbehaus ablesbar ist, das die Moderne und Dynamik der Eigentümer in der Architektur wiedergibt. Mit dem formal nicht alltäglichen Erscheinungsbild nimmt der Neubau für sich in Anspruch, an einem dominanten Ort – am südlichen Dorfeingang – zu stehen. Ehrlich gibt sich die Architektur, die mit heutigen Erkenntnissen sowie mit modernen Bau- und Werkstoffen materialisiert wurde.

 

Die Projektvorgaben orientierten sich an den definierten Nutzungsinhalten: Ein zweigeschossiger Baukörper, abgestellt auf einem Sockel als Hochparterre, mit grosszügigen, lichtdurchfluteten Büro- und Verkaufsräumlichkeiten sowie ein zentraler Treffpunkt für die Benutzer und Kunden waren die Grundgedanken und die Basis für die Planung des Neubaus. Der markante, über zwei Geschosse geführte Vorbau lockert mit den schrägen Elementen und den schiefen Ebenen den gradlinigen Baukörper auf und verleiht dem kubischen Kernbau eine dynamische Ästhetik sowie eine klare Funktion des Laubenganges vor den grossen Fensterfronten. Das Farbkonzept verbindet dank seiner Frische das Gebaute zu einer Einheit und verleiht dem Objekt ein starke Spannung sowie eine authentische Präsenz. Entstanden ist ein Neubau im Minergie-Standard, der sich formal abhebt und eine moderne Architektur und Bauweise präsentiert.

 

Effiziente Bauabwicklung

Nachdem Ende 2010 das alte Gebäude abgebrochen worden war, wurden das Kellergeschoss der ehemaligen Sägerei schichtweise aufgekoffert und nachfolgend die erhöhte Bodenplatte betoniert. Bis zum darauffolgenden Frühjahr wurden im eigenen Holzbauunternehmen der Casa-Vita die Rahmenbauelemente für die Wände (inkl. Fassade) des Erd- und im Obergeschosses vorgefertigt. Die Ausführung der Geschossdecke und des Dachs erfolgte in Holz-/Betonverbundbauweise. Bestandteil dabei waren «Bresta»-Massivholzelemente, die hohe Anforderungen an den Schallschutz erfüllen, wie sie beim «Haus am Sagibach» vorlagen, und über ausgezeichnete Brandschutzeigenschaften REl 60 verfügen. Um noch Installationen verlegen zu können, wurden die Brettstapel im Obergeschoss erst vor Ort mit Beton vergossen. Die Elemente für das Dach sind bereits ab Werk vorbetoniert geliefert worden. Um die grossen Lasten über den Fensterfronten abtragen zu können, gelangten Träger aus Furnierschichtholz zum Einsatz. Die formal auffällige Vordachkonstruktion wurde mit Brettschichtholzträgern und Massivholzstützen, die mit Schutzblechen verbunden sind, ausgeführt. Nach Abschluss der Rohbaumontage, die innert weniger Tage abgewickelt war, ist mit den Arbeiten im Innenausbau begonnen worden. Im Juni 2011 konnten die Mitarbeiter des Unternehmensbereichs «Hausbau» der Casa-Vita in die neuen Büros zügeln.

 

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