Für ihre Projektwochen an der Gewerblichen Berufsschule Wetzikon (GBW) waren Holzbaulehrlinge des 2. und 3. Lehrjahres heuer an zwei Fronten tätig: eine Klasse erstellte für das Fahrturnier Wyland in Niederwil bei Andelfingen eine schmucke Brücke, die als Hindernis für das Pferderennen diente, die andere Klasse baute für die Pfadi Weisslingen eine neue Hütte in Wald. Beide gut gelungenen Projekte zeigen den hohen Ausbildungsstand und die grosse Handwerkskunst der jungen Berufsleute.
Zwei Zimmererklassen an der Gewerblichen Berufsschule Wetzikon (GBW) haben im Juli zwei schöne und anspruchsvolle Projekte verwirklicht. Fachlehrer Sven Müller tummelte sich mit seiner Klasse 4a im Zürcher Weinland und baute eine Brücke für das Niederwiler Fahrturnier Wyland, dem GBW-Lehrlinge bereits 2008 einen famosen Eiffelturm und einen Triumphbogen vermacht hatten. Die Klasse 6c von Fachlehrer Walter Steinmann ersetzte für die Pfaditruppe Weisslingen die alte Hütte «Im Hessen» bei Wald durch einen Neubau.
Die Klasse von Sven Müller ging mit vollem Elan an die Verwirklichung des Projekts. Für den Verein Fahrturnier Wyland hatten sie für das Turnier 2012 eine Holzbrücke, die der alten Andelfinger Thurbrücke nachempfunden ist, zu erstellen. Martin Bürge, Fachlehrer an der GBW, zeichnete für die Statik der Brücke verantwortlich. Die Abbundarbeiten für die Brücke erfolgten bei der Firma Flück. Die Lehrlinge zeigten sich von Anfang an hoch motiviert und begannen gleich am ersten Tag, die fünf Rahmen der Brücke zusammenzubauen. Sofort wurde vor Ort ein Bagger und ein Pfahlrammer organisiert, um schneller voranzukommen. Für die Lehrlinge war es ein besonderes Erlebnis, beim Aushub und den Rammarbeiten helfen zu dürfen und sogar das Baggerfahren zu üben.
Am zweiten Tag waren die Vorbereitungsarbeiten (Aushub, Setzen der 10 Pfähle, Elemente) so weit fortgeschritten, dass der erste Rahmen plangemäss mit dem Kran montiert werden konnte. Heftige Gewitter und Platzregen verhinderten allerdings ein schnelles Weiterarbeiten. Tapfer kämpften sich die Lehrlinge durch den Matsch und die Nässe, bis schliesslich spät am Abend das letzte Teil aufgezogen war.
Am darauffolgenden Tag wurden die restlichen Balken, Streben und Büge montiert. Die Brücke kam auf die Pfähle und auch mit der Dachschalung wurde begonnen. Am vorletzten Tag wurde die Brücke fertiggestellt mit Geländer und Aufgang. Die Lehrlinge kamen gut voran, und so konnten die Arbeiten bis zum Abend bereits einen Tag früher als vorgesehen abgeschlossen werden. Das Richtfest fand bis tief in der Nacht in der fertigen Brücke statt und machte allen riesig Spass.
Da am letzten Tag bereits alle Arbeiten abgeschlossen waren, machte die ganz Mannschaft einen Ausflug zur Brücke von Andelfingen, die als Vorbild für die im Massstab 1:3 nachgebaute Brücke gedient hatte. Das von den Lehrlingen gebaute Prunkstück stand dem Fahrturnier Anfang August als Hindernis und Zuschauertribüne zur Verfügung. Die Baute ist 16 m lang, 9 m hoch und 5 m breit. Es wurden 22 m3 Bauholz verbaut, der Brückenboden besteht aus 60 Gerüstbrettern, und das Dach und das Geländer sind mit 180 m2 Schwarten verschalt. Die Brücke ist nach dem Pferderennen an ein Gartenbauunternehmen verkauft worden.
Die Klasse von Walter Steinmann hat die neue Pfadihütte in der letzten Juniwoche in Angriff genommen. Seit 1955 war in einer Waldlichtung bei Wald an derselben Stelle eine den heutigen Bedürfnisse nicht mehr gerechte Hütte gestanden, die es zu ersetzen galt. Da die GBW bereits erprobt im Bau von Pfadiobjekten in der Region ist, war die Drittlehrjahrklasse für den Ersatzbau besonders willkommen. Für die Abwicklung hatte der Fachlehrer folgendes Konzept vorgesehen:
Stefan Kunz und Sebastian Jampen, Absolventen des Lehrgangs Holzbau-Vorarbeiter, entwickelten unter Mithilfe der Fachlehrer nach den Vorgaben des Architekten Gestaltung und Konstruktion der neuen Hütte. Neben der Lösung der konstruktiven und statischen Probleme befassten sich die beiden auch mit der Frage, wie Transport und Montage auf der abgelegenen Baustelle zu organisieren sind. Die Pläne wurden dreidimensional gezeichnet, so konnten auch die für die Materialbeschaffung notwendigen Holz- und Materiallisten direkt generiert werden.
Den Abbund und die Vormontage der Elemente bei der Firma P. Künzle Holzbau in Gibswil besorgten die Lehrlinge an den ersten zwei Arbeitstagen selbstständig. Anschliessend erfolgte der Transport der Bauelemente auf die Baustelle. Mithilfe eines Lastwagenkrans wurden die Elemente aufgerichtet. Eine Bestätigung für die gute Arbeitsvorbereitung sowie die exakten Abbundarbeiten erhielten die Lehrlinge durch die problemlose und passgenaue Montage.
Die nächsten drei Arbeitstage konnten auch witterungsmässig ideal genutzt werden, um alle Aussenverkleidungen, Dachgesimse, Fenster, Türen sowie Unterdach und Ziegel zu montieren, sodass am letzten Arbeitstag die Hütte als aussen fertiges Gebäude an die Bauherrschaft übergeben werden konnte. Im Innern waren Dämmungen, Verkleidungen und Treppen auch bereits montiert. Kleinere Abschlussarbeiten an der Hütte und Umgebungsarbeiten haben die Auftraggeber selbst gemacht.
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