Sicherheit und Gesundheit
26.01.12  |   SHB

Bremsweg auf der Piste wird oft unterschätzt

Unfälle sind nicht nur für die Unfallversicherer teuer. Auch für die betroffenen Unternehmen ist ein Unfall mit grossen Umtrieben und hohen Kosten verbunden. Besonders unfallträchtig sind die Schneesportaktivitäten. Im Fokus der Suva steht in diesem Winter der Bremsweg auf der Piste.

Im Rahmen ihrer Schneesportkampagne sensibilisiert die Suva diesen Winter für den Bremsweg auf Skipisten.

Im Rahmen ihrer Schneesportkampagne sensibilisiert die Suva diesen Winter für den Bremsweg auf Skipisten.


Mehr als 20 Prozent aller Sportunfälle in der Schweiz sind Wintersportunfälle. Gemäss der Studie «Sport Schweiz» des Observatoriums Sport und Bewegung Schweiz fahren über zwei Mio. Menschen Ski oder Snowboard. Jährlich verunfallen davon durchschnittlich 
67 000 Personen; davon sind 33 000 erwerbstätig und somit obligatorisch UVG-versichert. Diese 33 000 Unfälle verursachen pro Jahr Kosten von rund 240 Mio. Franken. Seit vielen Jahren hilft die Suva mit ihren Präventionsaktivitäten mit, Schneesportunfälle zu vermeiden und damit die Unfallkosten zu senken.

Unterschätzter Bremsweg

Um die Schneesportler für die Gefahren auf der Piste zu sensibilisieren, organisiert die Suva auch in diesem Winter in 14 verschiedenen Schweizer Skigebieten Schneesportevents. Der Start erfolgte an Weihnachten 2011 in Arosa. Im Zentrum der Veranstaltungen steht das Thema Bremsweg. Zwar lernt jeder Autofahrschüler den Zusammenhang zwischen Geschwindigkeit, Reaktionsweg und Bremsweg kennen. Auf der Piste indes ist dieses Wissen noch kaum vorhanden.

 

Ein Schneesportler benötigt ungefähr 0,9 Sekunden, um auf ein plötzlich auftretendes Hindernis zu reagieren. «Kaum ein Sportler ist sich bewusst, dass bereits bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h ein Reaktionsweg von beinahe 12 m resultiert», erklärt Samuli Aegerter, Kampagnenleiter Schneesport bei der Suva. Für Pisten lassen sich keine Tempolimiten festlegen wie im Strassenverkehr. Aber viele Unfälle passieren, weil Schneesportler ihre Geschwindigkeit unterschätzen und ihre Fähigkeiten überschätzen. Welche fatalen Auswirkungen ein Unfall haben kann, zeigt folgender Vergleich: Eine Kollision auf der Piste mit 50 km/h ist wie ein Sprung aus rund 10 m Höhe.

Einflüsse auf den Bremsweg

An den Schneesportevents sensibilisiert die Suva deshalb im persönlichen Gespräch direkt auf der Piste die Schneesportler auf ihr Risikoverhalten. Auf spielerische Art und Weise wird ihnen das Verständnis des Bremsvorgangs auf der Skipiste nähergebracht. «Es gibt viele Faktoren, die den Bremsweg beeinflussen», sagt Samuli Aegerter. «Dazu zählen beispielsweise eigenes Fahrkönnen, gut geschliffene Kanten, Sichtverhältnisse, die Konzentration und das Tempo».

 

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